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Vokslev Kalkværk og Hule Mølle /Vokslev Kalkbruch und
Hule Mühle

Nibe Kommune
3 km von Nibe entfernt. Staatseigenes Gebiet mit öffentlichem Zutritt um den Vokslev Kalkbruch herum – auf markiertem Pfad zu Profilen und Aussicht, etwa 1 Kilometer.
Hule Mühle, Binderup Å (Bach), die Fischleiter und das Mühlenteich sind vom öffentlichen Weg durch den Mühlenhof zu erleben


Landschaft und Geologie
Vokslev
Kalkbruch ist, wie die meisten anderen nordjütländischen Kalkbrüche, dort ausgegraben, wo die Naturkräfte den Kalkuntergrund Himmerlands freigelegt und zugänglich gemacht haben.

Bei Vokslev ist es der Binderup Å (Bach), der sich seit der Eiszeit in ein enges Tal, vermutlich einen Spalt der Kalk, geschnitten hat. Anderswo findet man den freigelegenen Kalk z. B. in dem Küstenhangen des steinzeitlichen Meeres oder am Rande der grossen Tunneltäler (Mjels).

Bei Vokslev wurde seit mehr als 100 Jahren Kalk ausgegraben. Sowohl in den alten als den neueren Profilen, die man im Bruch studieren kann, findet man die weiche Schreibkreide der Kreide, die zum grössten Teil als Baumaterial verwendet wurde, aber auch den harten Bryozoenkalk der Tertiärzeit, den man für Bausteine schneiden konnte.

Der Kalkbruch bietet den Fossiljägern gute Möglichkeiten.



Der Bryozoenkalk in einem der alten Brüche sieht aus wie eine Felswand. Hier konnte man Blöcke brechen, die für Bausteine geschnitten wurden. Die grossen bankförmigen Kolonien der Moostiere (Bryozoa) am Meeresboden sind im Profil sehr deutlich.

Es ist aber eben die Grenze zwischen den Ablagerungen der Kreide und der jüngeren Tertiärzeit, die den Kalkbruch in Vokslev einzigartig macht und ihn unter den geologischen Lokalitäten internationaler Bedeutung bringt. Die Grenze selbst ist von einer dünnen Lehmschicht (2 – 8 cm) markiert. Eine ähnliche Schicht findet man überall in der Welt, wo die Grenzschichten vollständig bewahren sind. Die Schicht wurde vor 65 Millionen Jahren im Meer abgelagert.

Das Leben der Kreide war auf dem festen Land völlig von den Dinosauriern beherrscht. Die Säugtiere waren immer noch nur wenige kleine rattengleiche Arten. Die Fossile zeigen, das 2/3 aller Tier- und Pflanzenarten in sehr kurzer Zeit an der Grenze zwischen Kreide und Tertiärzeit verschwinden. Die Dinosaurier sterben aus! Eine Katastrophe war passiert.

Es ist noch nicht ganz geklärt, was bei diesem grössten Ereignis in der Zeit des lebenden Erdballes passiert ist, aber vielleicht versteckt sich die Lösung des Rätsels eben in der dünnen Lehmschicht. Forschungen zeigen, dass die Lehmschicht überall in der Welt seltene Grundstoffe und Minerale enthält. Es gibt in der Schicht Stoffe, die man normalerweise nicht in der Erdoberfläche findet, und die man sonst nur von einigen Meteoren kennt. Vielleicht wurde die Erde vor 65 Millionen Jahren von einem riessigen Meteor getroffen, der Staub und Boden in die Atmosphäre hinaufwirbelte. Die Sonne wurde vielleicht durch Jahrzehnten verdunkelt, und die meisten Tiere und Pflanzen starben aus. 

Eine ähnliche Wirkung kann bei grossen Vulkanausbrüchen entstehen, aber der Fund in Mexiko von einem 300 Kilometerbreiten vermuteten Krater eines Niederschlages – der 65 Millionen Jahre alt ist – scheint die Theorie des Meteors zu verstärken.




Eine kleine graubraune Lehmschicht in den Nördlichsten der Profile bei Vokslev (folgen Sie den Pfad am Kalkbruch vorbei bis zum Tal des Baches), erzählt von dem wichtigsten Ereignis seit der Entstehung des Lebens: Ohne die Katastrophe hatten die Säugtiere – und dabei auch der Mensch – vielleicht gar nicht die Erde erobert.


Tierleben
Da wo die grössten Reptilien der Kreide – die Dinosaurier – ausstarben, geht es aber den heutigen Reptilien im Kalkbruch bei Vokslev sehr gut. Zauneidechse, Mauereidechse und Blindschleiche sieht man im sonnigen Kalkbruch oft, und Kreuzotter und Ringelnatter gibt es auch. 

Der abgeschirmte Kalkbruch mit seinem reichen Pflanzenleben und vielen verschiedenen Bäumen und Büschen zieht auch viele Tagfalter und andere Insekten an, sowie es hier auch ein reiches Vogelleben gibt. 

Dank dem Verlauf des Binderup Bachs im engen Erosionstal ist das Tal fast ohne zerstörende Regulierungen. Der Bach hat außerdem ein gutes Gefälle und einen steinigen Grund, und dabei auch eine variierte Vegetation, ein reiches Kleintierleben und einen grossen Forellenbestand. Nordjyllands Amt teilt mit, das die Strecke des Bachs am Kalkbruch entlang viele Laichplätze hat, und hier findet man wahrscheinlich die grösste Fülle Forellenbruten Dänemarks. Bei Hule Mühle gibt es eine Fischleiter, die den Meeresforellen die freie Wanderung stromaufwärts sichern soll.



Sträucher von Wasserstern und Wasser-Hahnenfuss im Bach sind Lebensorte eines reichen Kleintierlebens und bilden den Fischen ideelle Verstecke.


Hule Mølle

Aussicht auf Hule Mühle von ”Storkebakken” im Kalkbruch. Die Mühle und den Mühlenhof sieht man links, und rechts das ehemalige Haus des Kalkbruchverwalters


Kort
Copyright Kort- og matrikelstyrelsen


Pflanzenleben
Trotzdem das Gebiet recht klein ist, gibt es hier viele verschiedene Bepflanzungen, die alle von der Zugänglichkeit des Wassers, des Kalkuntergrunds und des Weidens beeinflusst sind. Eine Wanderung auf dem Pfad entlang geht sowohl durch das üppige Gebüsch und den Wald, als über das offenen abgegrasten Gemeindeweiden des Kalkbruches an den Hangen des Bachtals. 

Besonders die Gemeindeweide des Kalkbruches hat eine Bepflanzung, wellche die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Man findet hier viele Pflanzenarten, die entweder einen kalkreichen Boden vorziehen, oder die eben unter diesen besonderen Verhältnissen gut überleben können. Bei Vokslev gibt es z. B. die Kalkarten Mittlerer Wegerich, Stengellose Kratzdistel, Purgeier-Lein und Pfirsichblätrige Glockenblume. Die Kalk-Gemeindeweiden findet man in Dänemark fast nur in Nordjütland. Sie sind sehr schützenwert und besonders von Überwucherung der Pflanzen und Düngung bedroht.


Mørk Kongelys

Schwarze Königskerze ist im Kalkbruch ausserhalb der abgegrasten Gebiete verbreitet.

Kulturgeschichte
Bei Vokslev hat man wahrscheinlich seit einmal im neunzehnten Jahrhundert Kalk gebrochen. Beim Kalkbruch war eine Kalkbrennerei, die als Ziegelei auch Bausteine herstellte. Die Brennerei hatte eine Zeitlang 35 Arbeiter und war einer der größten Betriebe im Gebiet. Um das Jahr 1950 wurde der Betrieb eingestellt und die Brennerei abgebaut. Der einzige Rest ist das schöne Gebäude gegenüber dem Parkplatz. Hier waren damals das Büro und die Wohnung des Kalkbruchverwalters. Die Kalkbrennerei mit Ofen lag wo heute der Parkplatz und die Raststätte liegen.
 


Kalkbruch und Kalkbrennerei 1952.

Hule Mühle ist die Einzige der 6-7 Wassermühlen, die jahrhundertlang die Wasserkraft in Binderup Bach genützt haben, die noch steht. Der Stausee und die Rechte, die dazugehörten, werden heute für Teichwirtschaft verwendet, u.a. bei Binderup Mühle (an der Hauptstrasse Nibe – Aalborg) und bei Pandum Bro (Brücke) 

Es ist eben für die nordjütländischen Bäche in den engen Erosionstälern - mit den guten Gefällen - charakteristisch, dass die Teichwirtschafte die Mühlen ablösen. In Binderup Å, Sønderup Å und Villestrup Å gibt es den meisten Fischteichwirtschafte des Landesteils. 

Bei Binderup Å wurde die Wasserkraft für Getreidemühlen, für eine Stampfmühle mit Kleiderproduktion, für eine Schleiferei einer Schmiede und für eine Sägerei genützt. In Hule Mühle sind Teile des ehemaligen Mahlgangs bewahrt, und man findet hier auch einen Gleichstromdynamo, der einmal den Strom für den Mühlenhof und die umgelegenen Häuser lieferte. Das Mühlenrad wurde inzwischen mit einer wagerechten Wasserturbine ersetzt, die den Mahlgang und Dynamo antrieben. 

Vom ursprünglichen grossen Mühlenteich, der als Energiereserve funktionierte, ist nur wenig geblieben. Seitdem der Mühlenbetrieb mit seinem schnellwechselnden Wasserstand aufhörte, wurde der Mühlenteich mit Material vom Bach gefüllt und ist heute mit Moorenpflanzen zugewachsen. Der Mühlenbetrieb und der Kalkbruch zogen Leute an. Es gab damals eine kleine Siedlung mit u.a. einer Schmiede und einem Haus mit dem Namen ”Feldberederens” (der Gerber).  

Information
Vokslev Kalkbruch gehört der Wald- und Naturverwaltung (Skov- og Naturstyrelsen), und es gibt an der Stelle eine Ausstellung vom Kalkbruch und der Kulturmilieu um den Bach und der Mühle herum. Es gibt Parkplatz und Raststätte mit Tischen, Bänken und Toilette. 

Vokslev Kalkbruch ist ein Teil des Radwegs ”Geologisk set” (Geologisch gesehen) – Die Vokslevroute. Man kann am Mühlenhof Angelscheine für eine 500 Meter lange Strecke des Binderup Å kaufen.

 © Naturturist

26. marts 2013